SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Wovenhand - Star Treatment

Wovenhand

Wovenhand

Star Treatment

(Glitterhouse)

Einst waren Wovenhand eine Folk-Band. Auf ihren beiden Alben vergrätzten sieSPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Wovenhand - Star Treatment ihre Fans der ersten Stunde mit knochenhartem Metal. Jetzt schicken sie auch die neuen Liebhaber in die digitale Wüste, denn das aktuelle Album beschreibt handfesten Industrial, der eine größere Nähe zu den SWANS oder Ministry aufweist als zu irgendwas, das Wovenhand je gemacht haben. Die ganze Welt und alle Aspekte des Lebens werden immer maschineller, dem muss auch die MusikRechnung tragen, lautet das Credo von Sänger und Songschreiber David Eugene Edwards. Die betörend schönen Melodien von einst sind Geschichte. Geblieben ist Edwards’ wagnerianisches Pathos und sein unverhandelbarer Wunsch, mit seinen Songs die Pforten des Himmels zu öffnen, um auf der Stelle die Welt aus ihrem Taumel zu reißen. Dazu braucht er das monotone Stakkato seines neuen Sounds. Das sind weniger Rocksongs als lautstarke Beschwörungsformeln, deren Schlagkraft offenbar von Album zu Album erhöht werden muss. David Eugene Edwards sucht nicht nach Antworten, er hat sie längst. Und er schreit sie hinaus in die Welt wie ein alter Schamane, der auf den Maschinentürmen der Gegenwart das Ende aufziehen sieht. Doch was kommt danach?

Jetzt reinhören!

//Fred Fronner