Spam Musik Magazin Ausgabe eins: Review Archiv William Tyler Modern Country

William Tyler

William Tyler

Modern Country

(Merge)

Mittlerweile ist der Gitarrist William Tyler aus Nashville bei seinem viertenSPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review William Tyler - Modern Country Album mit weit ausholenden Instrumentals angekommen und erinnert in einem ambienten Track wie „Highway Anxiety“ tatsächlich eher an Michael Rother als an Bill Frisell, John Fahey oder Leo Kottke, die allerdings später bei „Kingdom of Jones“ durchaus zu ihrem Recht kommen. Man braucht nicht die Fernsehbilder vom Ressentiments streuenden Donald Trump, um zu ahnen, dass das Small Town-Amerika, von dem William Tyler erzählt, im Verschwinden ist. Mit viel Gespür hat sich das ehemalige Lambchop- und Silver Jews-Mitglied illustre Mitstreiter wie den Multiinstrumentalisten Phil Cook (Blind Boys of Alabama), den Bassisten Darin Gray (Tweedy) und den Perkussionisten Glenn Kotche (Wilco) gesucht, die dieses unaufgeregte Gitarrenalbum untergründig mit subtilen Klangfarben anreichern. Den Schlusspunkt setzt „The Great Unwind“, ein Achteinhalbminüter mit einem Anfang voll melodischer Schönheit, die dann zwischenzeitlich in ein Noise-Bad getaucht wird und in unbegleitetes Vogelgezwitscher mündet, bevor dann ein packender Groove einsetzt, der Kraftwerk gefallen hätte, spielten sie denn Country. Warum nur muss ich jetzt gleich mal nachschauen, was Tilman Rossmy gerade so treibt?


Jetzt reinhören!

//Ulrich Kriest