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The Dream Syndicate

THE DREAM SYNDICATE

HOW DID I FIND MYSELF HERE?

(Anti)

 

Der Albumtitel legt die Vermutung nahe, dass The Dream Syndicate selbst überrascht sind, wieder da zu sein. Anfang der 1980er Jahre waren sie mit ihrem psychedelischen Zwei-Gitarren-Sound, der sich an der Musik John Coltranes und Ornette Colemans orientierte, stilbildend für Bands wie My Bloody Valentine oder Sonic Youth. 1989 kam die Auflösung, und Bandleader Steve Wynn ist temp33diversen anderen Aktivitäten nachgegangen. Vielleicht ist es eine jener mystischen Koinzidenzen, dass sie sich ausgerechnet in dem Augenblick neu formieren, als ihre erfolgreichsten Epigonen Slowdive auch wieder mit einem mehr als beachtlichen Album ans Tageslicht zurückkehren. War das Dream Syndicate in den 1980er Jahren revolutionär, kann man das heute nicht mehr uneingeschränkt behaupten. Im Indie-Rock sind einfach fast alle Hühner gerupft. Doch die Inbrunst, mit der sie nicht nur improvisieren, sondern vierdimensionale Gitarrenkosmen über sich wölben, ist beeindruckend. Mit geradezu frenetischer Wollust wird hier Krach gemacht. Der Sound ist so prall, holistisch und tragend, dass man sich getrost in ihn hineinwerfen kann, ohne je unterzugehen. Auch wenn sie das Rad nicht neu erfinden, stellen sie sich nach fast drei Jahrzehnten Abstinenz als absolute Newcomer auf und überzeugen mit einem der besten Alben ihrer gesamten Laufbahn.

Jetzt reinhören!

//Wolf Kampmann