Spam Musik Magazin Ausgabe eins: Review Archiv Roísín Murphy Take Her Up To Motto

Roísín Murphy

Roísín Murphy

Take Her Up To Monto

(PIAS)

Es gibt ein Leben nach dem Rummel. Inzwischen zieht Roísín Murphy zwei Kinder groß, muss sich um Rotznasen und Schulprobleme kümmern, was den eigenen Horizont in Richtung Wirklichkeit erweitert. „Take Her Up To Monto“ würde sich daher viel mit ihrer Wahlheimat London auseinandersetzen, meint SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Roísín Murphy - Take Her Up To Montodie Sängerin und Songwriterin mit den irischen Wurzeln, mit Architektur beispielsweise, die sie tagtäglich umgibt, auch mit dem Filmemachen, das sie beschäftigt, seit sie Videos zu ihren Songs selbst verantwortet. Das ist die eine Seite. Darüber hinaus taucht die Sängerin, die in den Neunzigern als Stimme von Moloch bekannt wurde, noch deutlicher als mit früheren Soloplatten in Songstrukturen und Soundkonstruktionen ein. Mag sein, dass man Kompromissskepsis auch als Mutter lernt, jedenfalls sind die musikalischen Schichtungen des Albums stellenweise gewagter als früher, schillernd verzahnte elektronische Gebäude mit irrlichternden Klängen, akustischen Irritationen und dahingesungenen, manchmal theatralisch deklamierten Texten. Beats und gründelnde Synthiebässe klammern die Musik nur rudimentär, das ist weiter draußen als so Manches, was im Laufe der Jahre dem Electro Pop entwachsen ist.

Jetzt reinhören!

//Ralf Dombrowski