Spam Musik Magazin Ausgabe eins: Review Archiv Richard Bona Mandekan – Cubano Heritage

Richard Bona Mandekan Cubano

Richard Bona Mandekan Cubano

Heritage

(Qwest)

Richard Bona kehrt heim. Vor mehr als zwei Jahrzehnten hatte er seine Heimat SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Richard Bona - HeritageKamerun verlassen, um in New York mit der Hautevolee des Jazz in Kontakt zu kommen. Und es hatte nicht lange gedauert, bis sich der Bassgitarrist in der Großstadt einen Namen machen konnte. Als Fan von Jaco Pastorius versuchte er, dessen rockgetönten Groove unter afrikanischen rhythmischen Vorzeichen auf sein Instrument zu übertragen. Das Experiment gelang, führte zu Jobs an der Seite vieler Größen des Geschäfts, war für Bona aber erst der Anfang seines Weges. Schon auf „Munia“ (2003) klang sein Souljazz westafrikanisch, Alben wie „The Ten Stades Of Blues“ hatten das Programm schon im Titel und „Heritage“ knüpft aus einer weiteren Perspektive an die Entwicklung an. Denn sein Sextett Mandekan Cubano entwickelt eine Spielart der Afrosalsa, die die Musik vom Startpunkt Afrika, nicht von der Karibik aus betrachtet. Zieht man ein wenig Paris als klangideologische Soundveredelung ab, bleibt ein Konvolut der ineinander greifenden Stilelemente, afrikanesk in den fließenden Gesangsätzen, europäisch im Bedürfnis nach Ausgewogenheit, kubanisch im Selbstverständnis der Salsa-Rhythmen und New-Yorkerisch im Detail jazzender Lässigkeit. Und die Botschaft des „Erbes“ ist Versöhnung, nicht Abgrenzung der Überlieferungen.

//Ralf Dombrowski