SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Justice - Woman

Justice

Justice

Woman

(Ed Banger)

Nach ihrem stilprägenden Debüt von 2007 und Nachfolger „Audio, Video, Disco“, SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Justice - Womander von E-Gitarre und Progressive Rock-Ornamentik geprägt war, vollziehen Justice den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung. Eine Rückkehr zum wilden Alien-Dance-Rock früher Zeiten gibt es nicht; stattdessen legt das Pariser Duo die Platte als durchkomponierten Bogen an, der sich von Hit zu Hit hangelt, klar angelegt nach Art eines Albumvinyls in jeweils eine A- und B-Seite. Dabei kann sich Teil 2 leider nicht recht zwischen experimentellem Freispiel und tanzseliger Eingängigkeit entscheiden. Stärker verfängt der erste Teil mit Tracks wie Retro-Disco-Ohrwurm „Pleasure“, der – nomen est omen – zu nichts anderem da ist, als mit Slap-Bass, synthetischen Handclaps und Hippiechor pure Euphorie zu verströmen. Pokémon-Hommage „Alkazam!“ erinnert dann mit aufgekratzter Bassline und Synth-Riff an die härteren Bandagen des Debüts „Cross“, und mit Tracks wie „Stop“ oder „Fire“ – der klingt wie ein fröhlicher Nahverwandter von Daft Punks „Get Lucky“ – empfehlen sich Gaspard Augé und Xavier de Rosnay erneut als elegant zitierende Hitmacher, in bester französischer Tradition.

//Wolf Kampmann