SPAM Musikmagazin, Gordi, Reservoir, Ulrike Rechel, Portrait, Frau, Tuch

Gordi

GORDI

RESERVOIR

(Jagjaguwar)

 

Unlängst hat Bon Ivers Justin Vernon eine Entdeckung gemacht: Gordi, Reservoir, Ulrike Rechel, Portrait, Wassereine dunkle, schwerelose Alt-Stimme, die sich unmittelbar einprägt. Sie gehört seiner jungen Labelkollegin Sophie Payten, kurz: Gordi. Der Folk-Star stellte ihr kurzerhand sein begehrtes Tonstudio in Wisconsin zur Verfügung. Teile von Gordis Debüt sind nun also in der amerikanischen Abgeschiedenheit entstanden, andere in ihrem Heimatnest in den Bushlands vor Sydney. Von einem puristischen Songwriter-Album ist „Reservoir“ aber weit entfernt; dazu spielen sich zu viele Details in den Arrangements ab, in denen sich organische und elektronische Anteile raffiniert mischen. Die studierte Medizinierin erzählt vom Voranschreiten des Lebenswegs, von schmerzvollen Veränderungen und Beziehungen, die auf der Strecke bleiben. Klares Zentrum bleibt immer ihr gefühlvoller Gesang, der zum Spiel-Element wird: teils kunstvoll vervielfacht, teils als rhythmische Acappella-Spur. Oft laufen die raffinierten Pfade auch auf einen Pop-Klimax zu, wie in „All The Light We Can See“ mit seinen wuchtigen, an Peter Gabriel erinnernden Drums; das eingängige „Heaven I Know“ könnte die Indie-Version einer R’n’B-Ballade sein. Am Berührendsten aber ist Zartes wie das Herzschmerz-Singalong „I’m Done“: schlicht und ergreifend.

Jetzt reinhören!

//Ulrike Rechel