SPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Review, Flaming Lips, Oczy Mldoy

Flaming Lips

Flaming Lips

Oczy Mlody

(Bella Union)

Wayne Coyne und seine Flaming Lips wurden in den letztenSPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Review, Flaming Lips, Oczy Mlody zwei Jahrzehnten immer opulenter, verspielter, plüschiger und quietschbunter. Irgendwann musste der Punkt einsetzen, an dem sie sich selbst nicht mehr toppen konnten. „Oczy Mlody“ ist nun der konsequente Gegenentwurf zu allem, wofür die Flaming Lips immer gestanden haben. Ohne dass die Band ihren Grundsatz aufgeben würde, hinter jeder Straßenecke mit einer neuen Überraschung aufzuwarten, reduziert sie sich selbst bis ins Extrem und wirft jeden Ballast ab. Das Album ist ein langer Ritt durch die Ebene, an deren Wegrändern es von funkelnden Edelsteinen und zauberhaften Flechten nur so wimmelt. Themen, Rhythmen und Melodien bündeln sich nur schemenhaft zu Songs. Hin und wieder erhebt sich unversehens ein Turm aus dem Flachland, um sogleich wieder in der Erinnerung eingeebnet zu werden. Trotzdem sie wesentlich mehr als in der Vergangenheit auf elektronische Gestaltungsmittel setzen, erkennt man vom ersten Ton an, dass es sich um die Flaming Lips handelt. Keine andere Band vermag sich selbst derart brillant zu konterkarieren und doch das eigene Trademark zu bedienen. Mit „Oczy Mlody“, dessen Timbre und Gangart mit Radioheads „A Moon Shaped Pool“ vergleichbar ist, vollziehen die Lips einen weiteren selbstbewussten Schritt vom Art Pop zur Pop Art, doch – so Wayne Coyne – das ist letztlich nur eine Frage der Wahrnehmung.

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//Fred Fronner