SPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Reviews, The Rolling Stones, Havana Moon

DVD: The Rolling Stones

The Rolling Stones

Havana Moon

(Universal)

Kann man Glück in Bildern einfangen? Man kann. Als dieSPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Review, The Rolling Stones, Havana Moon Rolling Stones Anfang 2016 im kubanischen Havanna vor nicht weniger als 1,2 Millionen Menschen auftraten – mit dem dreifachen Andrang des Woodstock-Publikums dem größten Konzert aller Zeiten – war nicht die Musik das Hauptereignis. Auch die Rolling Stones selbst waren es nicht. Sie haben zugegeben im Lauf ihrer fünfeinhalb Jahrzehnte umspannenden Geschichte schon bessere Konzerte gegeben. Selbst die phänomenale körperliche und geistige Verfassung dieser lebenslustigen Mittsiebziger war nicht die Sensation dieses Abends, die es verdient hätte, aufgezeichnet zu werden. Es waren die Menschen, allen Generationen und – sofern man das von Kuba überhaupt sagen kann – allen sozialen Schichten der Karibikinsel angehörend. Mit über einer Million handelte es sich immerhin um zehn Prozent der kubanischen Gesamtbevölkerung, Alte, Kinder und gebrechliche mitgerechnet. Für die meisten von ihnen, wenn nicht für alle erfüllt sich ein Lebenstraum. Die Besucher sind die Hauptdarsteller dieses Konzertfilms, und offensichtlich waren sich die Macher der DVD dieser Tatsache ebenso bewusst wie die Band. Jagger, Richards und Co. tun alles, um das Publikum zu inszenieren, und die Rechnung geht voll und ganz auf. Da wird ein nationales Ereignis gefeiert, das mehr transportiert als nur eine Show der dienstältesten Rockband der Welt. Dass die Rolling Stones ihre Songs vor Castros Landsleuten zelebrieren dürfen, ist ein vehementer Ausdruck sich abzeichnender Freiheit, und die Kubaner wissen das genauso wie die Animateure auf der Bühne. Dieses Konzert hat nicht weniger als Verkündigungscharakter. Einmal mehr lassen die Stones ihr soziales Gewissen spielen, die Tickets wurden umsonst verteilt. Der Film ermöglicht es auch dem Rest der Welt, an diesem Fanal teilhaben zu dürfen. Wie schön.

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//Emma Aust