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Dälek

DÄLEK

ENDANGERED PHILOSOPHIES

(Ipecac)

 

Der Einstieg des Albums erinnert eher an eine Gitarrenschlacht temp2von Sonic Youth als an einen HipHop-Act. Wenn die Drums dann einsetzen, ist man unweigerlich an Body Count erinnert. Eine gute Kombi. Doch wenn die Stimme sich darüber legt, ist das eindeutig Dälek, jenes Noise verliebte HipHop-Duo aus New Ark, New Jersey, gegen dessen unverhüllte politische Zuspitzung Kendrick Lamar so harmlos wie ein Kassierer von McDonalds daherkommt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat Mike Patton sie für sein Extrem-Label Ipecac gesignt. Vor ihrem letzten Album hatten sie sieben Jahre Studio-Pause gemacht, jetzt zwingen die gesellschaftlichen Umstände in den USA das Gespann, zwischen dem Vorgänger „Asphalt For Eden“ und „Endangered Philosophies“ keine zwölf Monate vergehen zu lassen. Das Cover wird von einem Weltenbrand geziert, der die mürrischen Reste der Menschheit in den Untergrund zwingt. So leuchtend düster das Artwork ist, so erhellend apokalyptisch sind auch die Song und Sounds. Es geht um Rassismus, Kriegstreiberei, Stagnation und andere Übel der Gegenwart. Da ist es keine Überraschung, dass sie sich in dem Song „Battlecries“ ausgerechnet auf den schwarzen Agitator Leroy Jones alias Amiri Baraka beziehen, der schon der Bürgerrechtsbewegung der 1950er Jahre und den Black Panthers verbale Munition lieferte. In seinem verheerenden Defätismus ist „Endangered Philosophies“ genau das richtige Statement zur richtigen Zeit.

Jetzt reinhören!

//Wolf Kampmann