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Cigarettes After Sex

CIGARETTES AFTER SEX

CIGARETTES AFTER SEX

(Partisan Records)

 

 

Eine Zigarette, die nach dem Sex angezündet und im Bett geraucht wird, war SPAM Musik Magazin, Cigarettes After Sex, Cigarettes After Sex, Peter Schuster, Schwarz, Weißwohl früher ein Ausdruck der Bequemlichkeit. Heute, in Zeiten rauchfreier Bushaltestellen, dürfte nur noch selten blauer Dunst in Schlafzimmern hängen, der zum popkulturellen Motiv avancierte postkoitale Tabakgenuss gehört weitestgehend der Vergangenheit an. Das hat Greg Gonzales nicht daran gehindert, 2008 seine Band Cigarettes After Sex zu nennen und nun, neun Jahre später, das Debütalbum mit dem gleichen Titel zu versehen. Das ist konsequent, weil er in den zehn Songs mit androgyner Stimme und nostalgischer Attitüde den Sturm und Drang der Jugend sowie die dazugehörige Melancholie besingt: „Well I know full well that you are / The patron saint of sucking cock / Senorita, you‘re a cheater / Well, so am I.“ heißt es in etwa in „Young and Dumb“ und in „John Wayne“: „He`s got so much love for her / But he doesn’t know what to do / Sitting in the car / Waiting outside of school“.Die kitschigschönen Songs fließen ineinander und unterscheiden sich in Dynamik, Tonalität, Struktur, Tempo und Instrumentierung kaum. Es gibt keinerlei Irritationen, Widersprüche und Soli, die das Dösen stören könnten. Die Gitarre hallt und der Bass fungiert als unaufgeregtes Fundament mit simplen Lines. Ein verhaltenes Schlagzeug gibt es auch und bisweilen ertönen weiche Keyboardanschläge. Tatsächlich schafft es „Cigarettes After Sex“ in seiner Monotonie pastellfarbene Bilder von juveniler Romantik zu erzeugen. Es ist Musik, die man sich für den nächsten Coming-of-Age-Film von Sofia Coppola wünscht.

// Peter Schuster