SPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Review, Brian Eno, Reflection

Brian Eno

Brian Eno

Reflection

(Warp)

Nach dem ungewohnt expressiven, orchestral gefärbten Album „The Ship“ SPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Review, Brian Eno, Reflectionkehrt Brian Eno kein Jahr später zum Minimalismus zurück. Keine menschliche Stimme, kein Leitmotiv wie bei dem um die Motive Titanic und Weltkriegsmaschinerie kreisenden Vorgänger deuten diesmal Erzählungen an, stattdessen beschränkt sich Eno auf reine Musik und eine reduzierte Palette behandelter Klänge, die an Obertonreiches erinnern wie Hang oder Marimbafon. Zwar computerbasiert – die Verläufe der Komposition berechnete eine Software – klingt „Reflection“ wundersam warm. Das Album besteht aus einem einzigen langen Track, der gleichwohl verschiedene Modi umfasst, für die sich allmählich die Sinne schärfen. Mal bahnen sich dominante Liegetöne den Weg, woanders kommt es zum fast vollständigen Abklingen wie in einem verwaisten Echoraum. In ihrer Langsamkeit erhalten Töne und Melodien ihren Raum, um synästhetische Dimensionen anzunehmen: Dieser Gedanke ist natürlich nicht neu in der Klangwelt des Schöpfers der „Music for Elevators“. Die titelgebende „Reflexion“ spiegelt somit die gute alte Idee von „Ambient“: einer ego-freien Musik als Projektionsraum. In ego-exzessiven Zeiten ein wohltuendes Angebot.

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//Ulrike Rechel