SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Bon Iver - 22, A Million

Bon Iver

Bon Iver

22, A Million

(Jagjaguwar)

Keine Überraschung, aber in seiner kühnen Konsequenz dann doch SPAM Musik Magazin Ausgabe eins: Review Bon Iver 22, A Millionüberraschend: „22, A Million“, das neue Album von Justin Vernon, der als Bon Iver veröffentlicht. Der Mann aus Eau Claire in Wisconsin begann vor Jahren als sparsam instrumentierter Kammer-Folkie und landete mit „For Emma, Forever Ago“ einen Indie-Hit. Dann begann er sich mit elektronischen Klangerzeugern und –manipulatoren wie Autotune zu beschäftigen, förderte das Debüt der wunderbaren Band Polica und fand sich schließlich mit Musikern wie James Blake und Kanye West im Studio wieder.Auf „22, A Million“ geht er nun einen Schritt weiter: hier wird geloopt, gesampled, die Stimme vervielfältigt und gepitched, der Bass ins Subsonische gedrückt, die Gitarre fast vergessen, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Überdies steckt das Album randvoll mit kryptischen Zeichen, Aussagen („Faces Are For Friends“) und mysteriösen Texten, die Songs tragen Titel wie „10 dEAThbREast“, „29 #Strafford APTS“ oder „00000 Million“. Das Schönste: mehr als nur einmal schafft Vernon abstrakte Atmosphären, die, hintenrum gewissermaßen, Van Morrisons spirituelles Meisterwerk „Common One“ erinnern. Mit diesem Album ist man lange beschäftigt, weil sich hier ein Künstler nicht unter seinem Niveau amüsiert.

Jetzt reinhören!

//Ulrich Kriest