All Them Witches Sleeping Through The War Ulrike Rechel

All Them Witches

ALL THEM WITCHES

SLEEPING THROUGH THE WAR

(New West Records)

 

Vor kaum fünf Jahren gegründet, legen All Them Witches bereits ihr viertes Album vor. Dabei ist eine klare Entwicklung der Psychedelic-Rocker aus Nashville zu erkennen. Gestartet als eine Art Heavy-Version von Pink Floyd mit schwerer Blues-Basis à la Led Zeppelin, ist die Band inzwischen bei konziseren Songstrukturen und einer zentraleren Position für den Gesang von Bandkopf und Bassist Charlie Michael Parks Jr temp2angekommen, der hier streckenweise von weiblichen Chorstimmen begleitet wird. Schon die ersten drei Songs bringen den neuen Fokus auf den Punkt: „Bulls“ schwingt sich nach elegischem Psych-Pop-Beginn als mitreißender Stonerrocker auf, „Don’t bring me Coffee“ ist eine lässige Garage-Rock-Nummer mit Punk-Infusion. Zusammen mit dem galoppierenden Grunge-Pop von „Bruce Lee“ ist der Song das Tanzbarste, das man von der Band kennt – Kollegen wie die Queens Of The Stone Age dürften ihren Hut ziehen. Psychedelisch gefärbte Jam-Strecken haben ebenfalls ihren Ort, allerdings reduzierter als bisher. Möglich, dass All Them Witches eines Tages noch bedeutendere Werke als dieses vorlegen; doch „Sleeping Through The War“ belegt in seiner Vielseitigkeit und Spielfreude, dass Parks Jr und Co. zu den interessantesten Heavy-Rockern Amerikas zählen. Die Erwartungen bleiben hoch.

Jetzt reinhören!

//Ulrike Rechel