Entwicklungsbahnen von Rockbands werden oft mit denjenigen von Paarbeziehungen verglichen. Es ist auch etwas dran: Ob es um die Sexiness der Anfänge geht, die Gefahr der Routine …

Man kann Leonard Cohen alles Mögliche vorhalten, Koketterie zum Beispiel mit dem Alter, auch stilistische Eindimensionalität, weil seit „Old Ideas“ (2012) nichts Neues mehr passiert.

Viele Klaviertrios klingen blutleer oder akademisch und versteigen sich in Experimente, mit denen sie vor allem ihre Kollegen beeindrucken wollen.

Solche Platten sind rar geworden. Denn auch wenn viele Jazzmusiker inzwischen auf einem Niveau agieren, das noch vor wenigen Jahrzehnten nur einer Handvoll Überflieger vorbehalten war, wagen es nur wenige, die sichere Bank vertrauter Virtuosität zu verlassen.

Das Erscheinen dieser CD an sich ist schon eine derartige Sensation, dass es auf die Musik am Ende kaum noch ankommt.

Wenn Doom Metal mit mittelalterlicher und Neuer Musik fusioniert, entsteht Gothic. Normalerweise.

Aus den Trümmern der unersetzlichen Sonic Youth erstehen fortwährend neue Bands und Projekte, die jedoch nie ans Original heranreichen.

Keine Überraschung, aber in seiner kühnen Konsequenz dann doch überraschend: „22, A Million“, das neue Album von Justin Vernon, der als Bon Iver veröffentlicht.

Das Berliner Trio Brandt Brauer Frick hat mehr als irgendjemand sonst dafür getan, technoide Musik analog von Hand zu spielen.

HipHop ist längst ein genau definiertes Format. Dass er jedoch einstmals eine Plattform der unbegrenzten Möglichkeiten zwischen Genie und DIY war, ruft das aus Los Angeles stammende Trio Clipping.

Es war schon sehenswert, wie die britische Trompeterin Laura Jurd sich beim letzten Berliner Jazzfest hinter einem wackeligen Keyboard-Ständer verschanzte und ab und an schlierige Synthesizer-Klänge ins musikalische Geschehen ihrer Band Dinosaur einbrachte.

Donny McCaslin war der Name, den man googlen musste, als es hieß, David Bowie habe für sein letztes Album „Blackstar“ ein paar echte New Yorker Jazzer ins Studio eingeladen.

Die kalifornische Überzeugungstäterin Emma Ruth Rundle ist zumindest hierzulande noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt.

Peter Hein, legendärer Fehlfarben-Sänger, hat lange Zeit auch die Band Family 5 betrieben.

Wer ihn noch nicht kennt, hat was verpasst, alle anderen freuen sich sowieso, dass es gleich zwanzig neue Lieder von Funny van Dannen gibt.

Mit seiner Band Giant Sand hat Howe Gelb lange vor Queens Of The Stone Age Wüstenrock en vogue gemacht, und für seine einstigen Kumpane Joey Burns und Joey Calderazzo war er zumindest Geburtshelfer von deren Baby Calexico.

Die Geschwister Eva und Philip Milner, kurz: Hundreds, haben sich seit 2010 fast unauffällig als autarke Größe mit internationaler Ausstrahlung im europäischen Elektropop etabliert.

Jamie Lidell war noch nie der experimentierfreudigste unter den electroaffinen Einmann-Orchestern, doch immerhin waren seine bisherigen Alben stets prallbunte Wimmelbilder von Einfällen.