Wolf Kampmann

Editorial

Liebe Freunde und Leser,

uns alle verbindet die Liebe zur Musik, und doch müssen wir uns hin und wieder eingestehen, dass wir größeren Herausforderungen entgegensehen als den Entwicklungen auf dem Musikmarkt. Der Fokus unserer Artikel in der zweiten Ausgabe von SPAM, die aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zusammengetragen worden sind, steht unter dem Motto „Under My Trump“. Der amerikanische Präsident ist ja nur das prominenteste Aushängeschild einer weltweiten Entwicklung, die uns allen Sorgen machen muss und die auch vor musikalischen Trends und Entwicklungen nicht Halt machen wird. Die populistische Kanonisierung von Vorurteilen verändert das gesellschaftliche Gefüge so nachhaltig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gregg Allman, der am 27. Mai verstorbene Frontmann der Allman Brothers Band, sagte einmal: „Würden mehr Politiker auf Musik hören, wäre die Welt ein besserer Ort, denn die Musik ist der Politik immer ein Stück voraus.“ Dieser Satz gefällt uns besser als das viel zitierte: „Schlechte Politik macht gute Kunst“, denn in diesem Fall würde die Musik der Politik hinterher hinken. Popkultur und Populismus haben nicht nur denselben Wortstamm, sie zielen auch auf Dasselbe ab: Auf die unverstellten Empfindungen und Bedürfnisse des Menschen. Allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen. Jüngste Wahlergebnisse in den Niederlanden und Frankreich haben der Demokratie und dem Pluralismus noch einmal zum Sieg verholfen. Sie dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rechtspopulisten in beiden Ländern die zweitstärkste politische Kraft sind und sich zum großen Schlag sammeln. Auch in Deutschland zeigt die Demokratiefeindlichkeit immer offener ihr Gesicht. Wir wollen mit dieser Ausgabe von SPAM unseren bescheidenen Beitrag leisten, mit Mitteln der Popmusik einen Kontrapunkt zu populistischen Tendenzen setzen.

Wolf Kampmann

Chefredakteur

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