Wolf Kampmann

Editorial

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Liebe Spammer,

es muss gesagt werden! Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen nicht nur unsere Befindlichkeiten, sondern auch die Begrifflichkeiten. Das läuft zuweilen nicht ohne Komik ab. Wann immer ich zum Beispiel das Wort Influencer höre, denke ich zunächst an Grippe. Gesprochen sind Influencer und Influenza fast identisch, im Schriftbild wird die kleine Abweichung nur durch die Endung ersichtlich. Und wer achtet im Zeitalter des Deutsch-Rap schon noch auf Wortendungen? Aber vielleicht trifft diese zufällige Übereinstimmung zweier in ihrer Bedeutung grundverschiedener Wörter ja genau den Kern der allgemeinen Verwirrung. Denn der Einfluss so bezeichneter Influencer über YouTube und andere soziale Kanäle breitet sich genauso pandemisch aus wie eine Seuche im Mittelalter. Influencer, Influenza – was zum Teufel macht das schon für einen Unterschied?

 

So weit, so gut. Wir bekommen die Medien, die wir verdienen, weil wir es im Grunde gar nicht anders wollen. Und wer das anders sieht, muss eben selbst rausfinden, wie er zurecht kommt.

 

Womit wir bei der neuen Ausgabe von SPAM wären. Wer sich vom wie auch immer gearteten großen Ganzen überrumpelt, überfordert oder übergangen fühlt, muss die Dinge eben selbst in die Hand nehmen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. So löste sich der Rock’n’Roll aus dem Swing, der Punk aus dem Glam und HipHop, House und Techno aus der Disco. Bis zum Herbst geht es bei SPAM um das Thema „Selbermachen“, kurz „DIY“. Den Anfang machen Texte über Musiker, die es tatsächlich auf die eine oder andere Weise selbst geschafft haben, über die Selfie-Fotografie und Fangesänge in Fußballstadien bis hin zum größten und ältesten aller DIY-Prinzipien, dem Chaos.

 

Viel Spaß beim Selbstfinden im Selbermachen,

 

Wolf Kampmann,

Chefredakteur

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