SPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Editorial, Accepting Democracy

Accepting Democracy

Wieso es manchmal einfach so ist, wie es ist

Es sind einige Monate vergangen. Der Schock hat sich gesetzt und die Freundschaften die in diesem Wahlkampf gelitten haben sind wieder instand gesetzt. „Wie wenig Verstand muss man haben, um Donald Trump zu wählen?“ oder „Wird sich die Geschichte jetzt wiederholen?“, sind die typischen Aussagen gewesen, die man sich anhören durfte, wenn die endlose Debatte um den U.S Wahlkampf wieder anfing. Das Internet ziert ein Meme nach dem anderen, und Artists schmettern Anti-Trump Songs. Amerika hat entschieden. Wir müssen aufhören, diese Entscheidung anzuzweifeln und damit für die nächsten vier Jahre leben. Wenn es die falsche Entscheidung war, dann werden wir aus Fehlern lernen und es danach besser machen. Jetzt ist jedoch Donald Trumps Zeit, zu glänzen und getreu nach seinem Wahlspruch Amerika wieder toll zu machen.

//Madeline Timm

Die Familie um Donald Trump wird in den Medien als Witz dargestellt. Wenn es um die Geschichte geht, dann bleiben Sex-Eskapaden, Ehebruch und uneheliche Kinder nicht aus. Donald Trump – ein Mann mit Vorliebe zum Selbstbräuner, Tier auf dem Kopf und einer Frau, die gerne mal die Reden der Ex-First Lady Michelle Obama kopiert. Trump ist für seine exzentrischen, wie auch aggressiven Aussagen und Parolen bekannt, doch es muss offenbar etwas passiert sein, dass doch nicht Clinton, sondern der verdonnerte Donald J. Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika geworden ist.

Was genau ist also das Problem, der oft jungen Leute, welche weinerliche PostsSPAM! Musik Magazin Ausgabe 2: Editorial, Brücke darüber verfassen, wie viel besser Clinton gewesen wäre und wie unfair das Leben ist. Ist es tatsächlich ihre eigene Sicht der Dinge oder doch die ihres Lieblingssängers, der seine Meinung wieder auf Twitter äußerte, um Retweets abzustauben, oder die der besten Freundin, die sich begeistert für Frauenrechte einsetzt? Wo genau bekommen die Menschen ihre Meinung her? Gerade in der heutigen Zeit muss man vorsichtig sein, wie groß der Wahrheitsgehalt diverser Nachrichten ist. Man kann sich keine Meinung durch Memes oder Spott Videos auf Youtube und Facebook bilden. Sollte man nicht vielmehr darauf achten, dass bereits an der Schule gesunder Menschenverstand und offenes Interesse allem entgegengebracht wird, was sich auf der Welt abspielt?

Da kommt ebenso die Frage auf, wie intensiv sich junge Menschen in Deutschland eigentlich mit dem Thema Politik beschäftigen. Wenn man sich diverse Umfragen anschaut, wissen viele der Kinder und Jugendlichen heute nicht einmal mehr, dass es eine Mauer gab, die Deutschland teilte. Es überrascht also nicht, dass die AfD heute so viele Stimmen kassiert.

Natürlich geben TV-Shows wie „House of Cards“ oder „Designated Survivor“, die in der heutigen Zeit großen Anklang finden, Auskunft über die Korruption und Skrupellosigkeit des politischen Alltags und über die Vorgänge hinter den Kulissen. Sicher macht das auch Leute neugierig, die ursprünglich mit der Politik nichts am Hut hatten. Eigentlich gut, wenn sich mehr Menschen mit den Themen beschäftigen, die die Welt bewegen. Dennoch geben auch viele Zeitgenossen Kommentare ab, obwohl sie nicht ansatzweise wissen, was sie nicht wissen. Die Frage ist also, was genau hat fast 63 Millionen Menschen in Amerika dazu getrieben, für einen Mann zu stimmen, der in seinem Wahlkampf rassistische, homophobe und gewalttätige Aussagen macht?

Hat er mit diesen Aussagen seine Wähler auf emotionaler Ebene erreicht, oder war es viel mehr eine Abstimmung gegen Clinton? Fiese und lächerliche Posts auf Social Media, die Trump Aufmerksamkeit schenkten, haben die Wahl letztlich genauso entschieden wie die Zurückhaltung vieler potentieller Stimmen. Wer also lieber seine Meinung auf Facebook und Co. verbreitet, als wählen zu gehen, der darf sich im Nachhinein nicht beschweren.

Ein weiteres Problem bestand darin, dass die Demokraten jemanden zur Wahl aufstellten, den viele Leute einfach nicht mögen, geschweige den trauen. Trump hatte in dieser Hinsicht leichtes Spiel. Den Namen Clinton verbinden viele mit einer problematischen politischen Vergangenheit. Sowohl die Lewinsky-Affäre von Ehemann Bill Clinton als auch der Email-Skandal um Hillary sorgten für Furore. Natürlich gibt es gleichzeitig ebenso viele Skandale und Gerüchte um den neuen Präsidenten, doch egal was man von Donald Trump als Person halten mag, wer es binnen weniger Monate in der Politik zum Präsidenten der Vereinigten Staaten schafft, muss etwas bewegt haben. Vor allem hat er es geschafft, dass viele, die der Politik eher gleichgültig gegenüber stehen, sich darüber ausgetauscht haben.

Was auf Amerika durch den neuen Präsidenten zukommt, kann man nur erahnen. Wenn ihr aber wirklich was verändern wollt, dann hört auf darüber zu weinen, setzt euch mit aktuellen Themen auseinander, bildet eure eigene Meinung und vor allem: dieses Jahr sind Bundestagswahlen: Geht wählen!

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